Wonderland Ave.

von Sibylle Berg |
Inszenierung: Alejandro Quintana

In dem hochmodernen, klinisch reinen Wohnkomplex »Wonderland Ave.« verbringen die letzten aus dem Arbeitsprozess aussortierten Menschen ihre Tage damit, unter der Aufsicht Künstlicher Intelligenzen über ihre vergangenen Leben, Lieben, Träume und Wünsche zu sinnieren…

Sibylle Berg zeigt eine Zukunft, in der die Menschheit endgültig den Stecker gezogen hat – aber die Wellness-Anwendungen laufen gnadenlos weiter. Der Schauplatz ist ein exklusives Endlager für eine Spezies, die sich im endlosen Bemühen um sich selbst schlicht verüberflüssigt hat. Während die Maschinen mit kühler Eleganz und nicht ohne Amüsement menschliche Unzulänglichkeiten protokollieren und kommentieren, stolpert der Held der Geschichte durch ein absurdes Ballett aus Selbstoptimierung, Herzschmerz und der verzweifelten Suche nach dem nächsten Bio-Smoothie.

»Wonderland Ave« ist eine Satire für alle, die lieber über den Irrsinn lachen, als an ihm zu verzweifeln – solange es die Algorithmen noch erlauben…

Kritiken

Stuttgarter Zeitung | 4.5.2026

Mit hintersinniger Bosheit und Komik

Im Grunde… rechnet Sibylle Bergs Text mit hintersinniger Bosheit, Komik und einer Spur Sentimentalität die menschliche Unvollkommenheit auf gegen die maschinelle Perfektion, das ›abgezählte Leben‹. […]

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Thomas Morawitzky
Zuschauerstimme | 2.5.2026

Vulkanische Energie der Schauspieler und eine ununterbrochene Dynamik des Geschehens

»Welche Taste soll ich drücken – diese oder jene?« Diese scheinbar einfache Frage stellt sich nicht nur dem gewöhnlichen Menschen, sondern auch den Mächtigen dieser Welt. Und die Welt zittert vor Angst, ohne zu wissen, welchen Knopf sie als Nächstes drücken werden – hoffentlich nicht den roten.

Der Regisseur »drückt« die Knöpfe einer äußerst intensiven Emotionalität, einer vulkanischen Energie der Schauspieler und einer ununterbrochenen Dynamik des Geschehens. Die Körperlichkeit von Manuel Krstanovic ist beeindruckend. Wie wohl beabsichtigt, erinnerte mich sein Spiel zugleich an Mephisto aus Faust von Goethe und an Woland aus »Der Meister und Margarita« von Michail Bulgakow. Das temperamentvolle Spiel von Natalja Maas – einer Frau mit Gefühlen im perfekten »Wonderland Ave.« – besticht ebenso durch ihre Bewegungsplastik und eine unerschöpfliche emotionale Energie, die das Publikum in ständiger Spannung hält. […]

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Mark Jakoblew