Snowden 3.3

Ein Theatertraum in einem Akt
von László Bagossy |
Inszenierung: László Bagossy

Edward Snowden, ehemaliger IT-Experte des US-Geheimdienstes und geächteter Verräter von Geheimnissen, träumt in seiner Moskauer Wohnung.

Er träumt, dass ein kleines deutsches Theater mit Hilfe zweier ratloser Mimen und eines talentlosen ungarischen Regisseurs ein Stück über sein Leben aufführt. Darin tut er allerdings Dinge, die er nie getan hat, und er sagt Dinge, die er nie gesagt hat… Oder etwa doch?

Wichtige Rollen spielen Deepfakes, die physikalischen Gesetze der Mechanik, Schrödingers Katze, die Theorien von Heinrich von Kleist und Alan Turing, eine verlorene Liebe @nd @nd @nd. Die KI übertrug des Dramatikers ungarisches Wort ins Deutsche und schuf so zusätzlich den einen oder anderen vergnüglichen Moment für das Publikum.

Ein Theaterabend also, der so manche Überraschung bietet…

Kritiken

Ludwigsburger Kreiszeitung | 25.11.2021

Ein Genuss, diesen Dialogen zu folgen

Das Leben ist skurril und Bagossy zeigt die Absurditäten, verknüpft sie auf ungewöhnliche Weise. Mit den beiden Darstellern hat der Regisseur offensichtlich sehr genau das Stück erarbeitet, denn nur mit der gezeigten Präzision kann es auf Kurs gehalten werden und nimmt die Zuschauer mit in diese so reale Traumwelt. […]

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Armin Bauer
Stuttgarter Zeitung | 22.11.2021

Irrwitzig wie eine Farce und bitterernst

Theater kann Wirklichkeit erfinden – oder Fake-News …Es ist ein ausgebufftes Spiel im Spiel, das Bagossy hier treibt, und auch lustig, wie das Theater immer wieder offenlegt, dass es kühn erfindet und Wirklichkeit erschaffen kann, oder besser: Fake-News. Selbst wenn man im Detail nicht alle Winkelzüge begreifen mag, ist Bagossy ein Theatermacher der alten Schule und beherrscht sein Handwerk trefflich, so dass der Wechsel zwischen den Figuren und Ebenen perfekt gelingt. […]

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Adrienne Braun
Kontext Wochenzeitung | 17.11.2021

Zombies auf Elektrorollern

Im Theater tri-bühne inszeniert László Bagossy ein Stück über Edward Snowden und die Künstliche Intelligenz, die von unserem Leben Besitz ergreift. Im realen Leben kämpft er mit KollegInnen und Studierenden gegen Viktor Orbáns Kulturpolitik… Die Szenerie: Edward Snowden träumt in seiner Moskauer Wohnung, »dass ein kleines deutsches Theater mit Hilfe zweier ratloser Mimen und eines talentlosen ungarischen Regisseurs ein Stück über sein Leben aufführt.« Es entspinnen sich rastlose Dialoge, Silvia Passera und Manuel Krstanovic müssen ziemlich schnell die Stühle wechseln, um ihre wechselnden Rollen einzunehmen. Und für den Beobachter, der mitten hinein stolpert, ist auf Anhieb nicht ganz einfach zu erkennen, wen die beiden jeweils gerade verkörpern: Lindsay, Silvia oder Wanda? Edward, László oder Manuel?… […]

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Dietrich Heißenbüttel