Schweigen ist Silber

Inszenierung: Manoel Vinicius Tavares da Silva | Christian Werner

Ein vergnüglicher Varieté-Abend, Unterhaltung und Zerstreuung, bunt gemischte Künstler, Artisten und Musik. Alles ist prächtiges Amüsement. Doch es kommen Zweifel an dem, was man auf der Bühne erlebt. Ist das die Realität? Oder wird man Zeuge der inneren Gedankenwelt der jungen Frau, die immer wieder erscheint und die sich an einem Ort befindet, der unmöglich mit Amüsement in Einklang zu bringen ist…

Zur Eröffnung der Gedenkstätte Hotel Silber konzipiert unser Ensemble im Rahmen der »StolperKunst«-Initiative einen Abend, der angelehnt ist an die Leben der Menschen, die die Stolpersteine in unserer Erinnerung halten. In einer Zeit, in der sich rechtsnationale und –radikale Standpunkte in Europa zunehmend und ungehindert ausbreiten, stellt das tri-bühne Ensemble mit theatralen Mitteln die Frage »Was geht es uns heute an?«

Kritiken

Ludwigsburger Kreiszeitung | 15.11.2018

Tanz auf dem Vulkan

Verdienst der Autoren, zu denen auch noch Ferdinand Führer zählt, ist es vor allem, wie spielerisch sich die entsetzlichen Dinge vor aller Augen in die Fröhlichkeit hineinschleichen, wie sich vor der Kulisse des Vergnügens der Schrecken verbreitet, wie selbstverständlich beides nebeneinander wachsen kann, wie der Spaß gar das Gemetzel verbergen hilft. […] Auch hier findet das Ensemble den richtigen Ton, keine künstliche Betroffenheit, sondern klare, um so eindrücklichere Schilderungen, genau auf den Punkt gebracht. Und alles brandaktuell, die Zeit zeigt, dass es dringend nötig ist, diese Gräuel weiter in Erinnerung zu rufen, denn hinter und auch schon vor der schönen Maske des Wohlstandes unserer Zeit tummeln sie sich schon wieder, die zur Gefahr werden können, für die Freiheit, für das Leben. […]

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Arnim Bauer
Stuttgarter Zeitung | 13.11.2018

Starkes Stück

Das Regieteam lässt viele Leerstellen, etwa wenn die Frage nach dem Verbleib eines Nachbarn unbeantwortet bleibt. Da erzählt das Schweigen: vom Wegschauen und von einer fatalen Gleichgültigkeit. Magdalena Pohlus spielt eindringlich. Und wenn Nina Armbruster am Vertikaltuch ihre Kunststücke zeigt, braucht es nur ein paar Worte, eine andere Beleuchtung, um ihren Sturz als Verzweiflungstat interpretieren zu können. Stark! […]

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Julia Lutzeyer