Jacke wie Hose

von Manfred Karge |
Inszenierung: Robert Arnold

Die Premiere von »Jacke wie Hose« musste durch die behördlichen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgesetzt und auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben werden. Sehen Sie unten im Video Statements der beteiligten Künstler. Nachfolgend geht es weiter mit der ursprünglichen Premierenankündigung.

In den 30er Jahren verheimlicht eine Frau den Tod ihres Mannes, schlüpft in dessen Kleidung und geht an seiner Stelle zur Arbeit, um den Job nicht zu verlieren. Diese Zeitungsnotiz inspirierte Manfred Karge zu seinem Stück über Ella Gericke.

Eine Frau spielt einen Mann. Ihren eigenen. Aus nackter Not und Verzweiflung. Um zu überleben. Ella wird Max. Sie erlebt als ihr eigener Mann die Weimarer Republik, den 2. Weltkrieg, die Nachkriegszeit, die Teilung Deutschlands, den Mauerfall. Sie erlebt die Zerrissenheit Deutschlands buchstäblich am eigenen Leib. Was wird aus ihr, ihrer Liebe, ihren Hoffnungen und Sehnsüchten?

Für Regisseur Robert Arnold (und uns) ist dieser Text ein großartiges Stück deutscher Theaterliteratur und ein wichtiges, gerade auch vor dem Hingrund des 30-jährigen Jubiläums der Wiedervereinigung. So wie es Ella Gericke in diesem tragikomischen Text immer wieder beschreibt, mag es vielen Frauen gegangen sein, vielleicht gibt es solche Biografien noch heute.

Im märchenhaften Gewand – denn nur in einem Märchen scheinen solche Verwandlungen ja wirklich möglich – erleben wir einen wahren Bilderbogen durch die deutsche Geschichte. Und Ella immer mittendrin auf der Suche nach sich selbst.