Performance | Tanz

L-Movement

Experimentelle Tanzproduktion
von Yahi Nestor Gahe

Am 13. Juli feiert die von Yahi Nestor Gahé kreierte Tanzperformance »L-Movement« im Theater tri- bühne Premiere. Die Choreographie setzt sich mit der sozialen, gesellschaftlichen und politischen Funktion des Lachens auseinander. Im Stück treten drei Tänzer_innen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen auch mit ihrem eigenen Lachen auf, was zusammen mit der Komposition von Matthias Schneider-Hollek den Sound und den musikalischen »Teppich« auf dem die Choreographie sich entwickelt, bildet. Durch die Bühne und den Regieansatz von Dorothea Lanz wird nicht nur der räumliche Blick auf die Tänzer_innen initiiert, sondern der Gedanke auf die dialogische Substanz des Lachens gelenkt.

Was ist Lachen? Wie funktioniert Lachen physikalisch? Welche Energie überträgt sich beim Lachen? Wie verbindet uns Lachen und was verbindet uns genau? Kann Lachen uns trennen? Der Körper ist Ausgangspunkt der Choreographie, er kann Sender oder Empfänger sein. Das Stück sucht nach einer neuen Tanzsprache, die vom Rumpf geführt wird, eine Auseinandersetzung mit dem physischen Ursprung von »Lachen«, lenkt den Blick weg von den Extremitäten hin zum Zentrum des Körpers. »L-Movement« erzählt auf formaler und ästhetischer Ebene im Fluss der Bewegung vom Verhältnis des Körpers zum Lachen und umgekehrt.

Menschen lachen, bevor sie sprechen lernen. Babys können schon Tage nach der Geburt ihre Freude ausdrücken, während sie etwa zwei Jahre brauchen, um sprechen zu lernen. Lachen sitzt demnach am Ursprung menschlicher Existenz. Der emotionale Grund zeigt sich pur und offen, versteckt sich mit dem Heranwachsen aber zunehmend und ist geprägt durch die jeweilige Gesellschaft in welcher der Mensch sozialisiert wird.

Gilt Lachen in manchen Kulturen als etwas, auf das man stolz sein kann, so gibt es auch die Sichtweise, dass man Lachen lieber versteckt. Auch wird Lachen als Leben verlängernd angesehen, in anderen Kontexten aber auch als böse. Stimmt das, dass der Bösewicht derjenige ist, der nicht lacht?

Ziel des Stücks ist es auch, die Erkenntnis zu übertragen, dass man Lachen nicht kontrollieren darf. Denn die Energie, die hier zum Ausdruck kommt, kann im positiven Sinn, Systeme sprengen.

Die Produktion wird gefördert durch die Stadt Stuttgart und mit freundlicher Unterstützung der LBBW Stiftung, der Klett Stiftung und der Freien Tanz- und Theaterszene Stuttgart, dem Produktionszentrum Tanz + Performance Stuttgart sowie in Kooperation mit dem Theater tri-bühne Stuttgart realisiert.