Die „Initiative Grundeinkommen Stuttgart“
Für ein bedingungsloses Grundeinkommen
„Warum teilst du nicht, was Du hast, mit anderen? Warum können Menschen nicht leben, wie sie wollen? Wie hält man es aus in einem System, von dem man weiß, dass es falsch ist? Wie erträgt man es, reich zu sein, während so viele arm sind?“
Sarah stellt diese Fragen ihrem Vater Patrick Delafield, einem Banker, in David Hares Stück „Eine Stadt wird verhört“. Der gibt keine Antwort auf diese Fragen. Er möchte auch keine geben, gehört er doch zu den Profiteuren des Systems.
Es geht auch anders: In der neuen, losen Reihe „Vorstellungen“ möchten wir Ihnen Menschen und Gruppierungen präsentieren, die die bestehenden Verhältnisse kritisch hinterfragen und die sich Gedanken machen über Alternativen.
Beginnen möchten wir mit der
Initiative Grundeinkommen Stuttgart
Für ein bedingungsloses Grundeinkommen
Immer mehr Menschen leben und arbeiten in prekären Verhältnissen. Das heißt nicht unbedingt, dass sie schlecht verdienen. Aber ihr Arbeitsplatz und ihr Gehalt sind unsicher. Durch Rationalisierungen, Automatisierungen und Auslagerungen stehen den Menschen immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung. Gleichzeitig wird der Wert eines Menschen primär durch seine ökonomische Verwertbarkeit definiert.
Ein Lösungsansatz für dieses Dilemma ist das bedingungslose Grundeinkommen, das in verschiedenen Varianten mehr und mehr diskutiert wird.
Das deutsche Netzwerk Grundeinkommen hat vier Kriterien festgelegt, duch die sich ein bedinungsloses Grundeinkommen von anderen Modellen der grundlegenden Bedarfsicherung unterscheidet:
1. Existenzsichernde Höhe: Ein Grundeinkommen muss Armut verhindern und gesellschaftliche Teilnahme ermöglichen. Je nach Finanzierungsmodell wird von einem Betrag von 600,– bis 1.500,– Euro ausgegangen.
2. Individueller Rechtsanspruch: Ob jung oder alt, arm oder reich, männlich oder weiblich: prinzipiell bekommt jeder Bürger das Grundeinkommen von der Geburt bis zum Tod garantiert vom Staat ausbezahlt.
3. Ohne Bedürftigkeitsprüfung: Um das Grundeinkommen zu erhalten wird weder das Privatvermögen angetastet, noch gibt es eine Bemessungsgrenze.
4. Ohne Arbeitszwang: Niemand wird dazu genötigt, eine Gegenleistung für sein Grundeinkommen zu erbringen, weder Arbeit noch soziale Dienste.
Das klingt für manchen eher nach einer schönen Utopie als nach realisierbaren Veränderungen. Lässt sich ein bedingungsloses Grundeinkommen auf dieser Basis überhaupt finanzieren? Wird es die Menschen in ihrer Produktivität eher lähmen oder beflügeln? Wir möchten Sie herzlich einladen zu einem Gedankenaustausch mit der Initiative Grundeinkommen Stuttgart und uns.
Der Eintritt ist frei.

