Der Widerspenstigen Zähmung

von William Shakespeare |
Regie: Edith Koerber

Wir zeigen William Shakespeares fulminante, hochdramatische Komödie »Der Widerspenstigen Zähmung«:

Ein reicher Vater, zwei Töchter, die eine gehorsam, die andere widerspenstig. Wie gehorsam muss man sein und wie widerspenstig darf man sein, wenn man der Männerwelt wie eine Ware angeboten wird? Und was soll daran lustig sein wie diese emanzipierte Widerspenstige gezähmt wird?

Soviel sei verraten: Edith Koerbers teilweise neue Übersetzung und ihr Inszenierungskonzept nehmen diesen Widerspruch auf und spielen mit ihm, ohne dass die Komödie zu Schaden kommt!

Kritiken

Ludwigsburger Kreiszeitung | 29.6.2014

Subtiler und aktueller Umgang

Wie geht eine Powerfrau wie Edith Koerber, die seit Jahren Prinzipalin an der tri-bühne ist, als Regisseurin mit dem Stoff um…? Nun, durch die Einbettung in eine Rahmenhandlung und die Darstellung der Komödie durch eine Schauspielertruppe – also als Theater im Theater – kann man Shakespeare schon eine Distanzierung vom Frauenbild seiner Generation unterstellen, vom streng geregelten Eheleben seiner Zeit, von der Rolle der Frau als schweigende Dulderin. Vermutlich war seine Art für die damalige Zeit schon starker, wenn auch parfümierter Tobak.

Aber Edith Koerber wendet einen weiteren Kunstkniff an. Denn sie lässt alle Rollen von Frauen spielen! Die Frauen in den Männerklamotten, als Liebhaber, Intriganten, Buhler und Nebenbuhler zeigen ein herzhaftes Spiel, und wüsste man es nicht, man würde es kaum glauben, dass unter all‹ den Bärten und Brillen Frauen stecken.

Neun Frauen hat Koerber auf der Bühne, alle tief mit ihrer Rolle verbunden. Und sie kann die Komödie unbeschwert laufenlassen… Und so beleuchtet diese Komödie eben in dieser guten Mach- und Lesart auch das Dasein der »modernen Frau«, das manchmal doch in der Tradition ihrer Leidensgenossinnen aus dem 16. Jahrhundert steht. Und die tri-bühne zeigt einmal mehr einen subtilen und doch aktuellen Umgang mit alten Stoffen.

Arnim Bauer
Stuttgarter Zeitung | 29.6.2014

Intelligent und sehr vergnüglich

Eine intelligente Inszenierung, und sehr vergnüglich dazu. […]

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Cordt Beintmann
Esslinger Zeitung | 29.6.2014

Mutiger Kniff

Regisseurin Koerber hat mit dem Kniff, alle Rollen des Stücks im Stück von Frauen spielen zu lassen, einen mutigen Schritt unternommen: Es dauert zwar einen Moment, um den Hauch der Kostümklamotte vorbeiwehen zu lassen. Dann jedoch wird schnell klar, dass durch diese Besetzung die männlichen Charaktere auf geniale Weise überzeichnet werden. Breitbeinig, überheblich, auf die Macht des Geldes vertrauend halten die Damen im Männergewand den Herren der Gesellschaft den Spiegel vor und geben sie so der Lächerlichkeit preis. […]

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Ole Detlefsen