Konzert | Performance

Shakespeares Sonette

von William Shakespeare |
Regie: Florian Dehmel

Um die Liebe in all ihren Facetten geht es im wohl berühmtesten und in die meisten Sprachen übersetzten Gedichtzyklus der Welt. Und das nicht nur romantisch, sondern bisweilen auch ironisch, sarkastisch, entlarvend und hoch erotisch.

Unser Ensemble schweift durch das lyrische Material, interpretiert es szenisch, kommentiert es gesanglich und instrumental mit Liedern von Heinrich VIII bis hin zu Peaches. Ein wilder, amüsanter und sehr spezieller Abend im Theater tri-bühne, gleichermaßen vergnüglich für Kenner wie für Neueinsteiger!

Kritiken

Ludwigsburger Kreiszeitung | 22.12.2013

Sehr viel Frische und Esprit

Tatsächlich ist es gelungen, weit mehr als einen faden Vortragsabend zu gestalten. Aus den 154 Sonetten des Meisters wird eine ganze Reihe herausgefiltert, die einen solchen Abend möglich macht. Ein Abend, dem anzumerken ist, dass das Ensemble in dieser Spielzeit in hohem Maße von jungen Darstellern geprägt ist. Was da zu sehen ist, zeugt von jugendlicher Experimentierfreude, sehr viel Frische und Esprit. Nicht jedem Puristen mag dabei die Herangehensweise schmecken, manchem mag eine gewisse Form von Ernst fehlen. Aber alle, die einfach gut gemachtes Theater sehen wollen, können auf ihre Kosten kommen.

Getreu dem Motto »Wir alle sind Shakespeare« hat die Truppe eine szenische Revue entworfen, in der ein bunter Mix aus Textvortrag, Schauspielerei und Gesang für sehr viel Kurzweil sorgt. Bunt geht es durch die formal so strengen Sonette. Diese Strenge eben wird durchbrochen, indem poppig arrangierte Songs eingestreut, Szenen beigefügt und vor allem auch die Sonette mehr gespielt als einfach aufgesagt werden…

Ein gelungener Abend, der der alten Versform Leben einhaucht, der die schöne Lyrik auch für nicht so von Versformen und Reimfüßen beeindruckbaren Zeitgenossen erlebbar macht. Das Ensemble hat den Zuschauern damit ein niveauvoll unterhaltendes Geschenk gemacht.

Arnim Bauer
Esslinger Zeitung | 22.12.2013

Vergnüglicher Theaterabend

… in der Regie von Florian Dehmel switcht das siebenköpfige tri-bühne-Ensemble alsbald munter und gekonnt durch die komischen und ernsten Rollen und erfreut auch immer wieder durch professionelle Musikeinlagen… […]

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Verena Großkreutz
Stuttgarter Zeitung | 22.12.2013

Musik und Lust am Spiel

Die tri-bühne hat zum Jahresende einen Abend herausgebracht zu »Shakespeares Sonetten«, bei dem es aber nicht um die Lyrik allein, sondern um das Liebeswerben allgemein geht. So setzen Florian Dehmel und Stephen Crane, die den Abend erarbeitet haben, dem sehnsuchtsvollen Schmachten… viel Musik, darunter auch harte Songs entgegen: Punk und Rock, Londoner Underground und Alternativ-Rock, Lieder von The Clash, Radiohead und Electric Six.

Das funktioniert, denn letztlich geht es in der Musik wie in der Dichtung auch nur um Liebe, Lust und Leidenschaft…

So ist »Shakespeares Sonette« alles andere als ein zarter, lyrisch beseelter Rezitationsabend voller Seufzer und Klagen, sondern eine muntere Nummernfolge… Vor allem geht es um die Musik und die Lust am Spiel. Bei einer TV-Show muss die Kandidatin (Natascha Kuch) unter drei Männern den auswählen, der das schönste Sonett vorträgt. Oder ein Ehepaar zitiert im Bett Shakespeare, auch wenn seine Liebe abhanden gekommen ist.

Es gibt musikalisch gut arrangierte Nummern und manch originelle Szene, etwa wenn die Schauspieler rhythmisch mit Händen und Flaschen auf Tischen trommeln.

Adrienne Braun