Kritiken

Mutter Courage und ihre Kinder
von Bertolt Brecht | Regie: László Bagossy

Einfühlungsvermögen für Absonderliches

„‚Frieden ist nur Schlamperei’, sagt der Feldwebel zum Soldaten. Der Krieg ist sein Geschäft. Ein Geschäft, das viele mehr schlecht als recht ernährt - bis zum Tod. Mutter Courage gehört auch zum Tross derjenigen, die sich im Dreißigjährigen Krieg zwischen den Schlachtfeldern Europas eingerichtet haben. Unermüdlich dreht sie ihre Runden mit dem Marketenderinnenwagen und versorgt die Soldaten mit Waren. Sie verdient am Elend. Doch am Ende hat die ‚Hyäne des Schlachtfelds’ alles verloren. Ihre drei Kinder sind umgekommen.

Bertolt Brecht schrieb ‚Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg’ kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im skandinavischen Exil. László Bagossy hat jetzt das gymnasiastenerprobte Lehrstück in einer konsumorientierten IKEA-Möbelwelt an der Stuttgarter Tri-Bühne inszeniert. Ohne neue Erkenntnisse zwar, aber mit Einfühlungsvermögen für die Menschen, die absonderlich werden im Krieg.”