Kritiken
Temporeich und deftig
„Figaro ist außer sich vor Freude: Er kann seine geliebte Susanne heiraten, und der Graf hat dem jungen Paar auch noch gleich ein Zimmer in seinem Schloss überlassen. Die Freude ist umso ungetrübter, weil der Graf auf ein altes Adelsprivileg, die erste Nacht mit der Braut verbringen zu dürfen, verzichtet hat. Doch hat er das wirklich? Susanne weiß es besser.
Regisseurin Gisela Maria Schmitz setzt darauf, dass der Verlauf der Verwicklungen im Groben bekannt ist. Ihre Inszenierung bietet Tempo und deftiges Agieren, unterstützt von prägnanten Mozart-Zitaten.”
Munter, temporeich, unterhaltsam
„Gisela Maria Schmitz als Regisseurin und Valerie Lutz als Kostümbildnerin entwickeln die Figuren aus den Wurzeln der Volkskomödie. Figaro (Tobias Strobel) und Susanne (Julia Bardosch) stehen wie Kasperl und sein schönes Annerl auf der Bühne, der Graf (Cornelius Nieden) macht Kratzfüße wie ein Gockel und trägt auch einen entsprechenden Kopfschmuck, Bazillus (Martin Rother) schleicht wie die Schlange durchs gefallene Paradies und verkündet die Herrlichkeit des Herrn Almaviva per Handpuppe. Solche Ideen - auch der musikalische Schrank, aus dem jedes Mal, wenn man ihn anstößt, Mozarts ‚Figaro’-Musik quillt, gehört dazu - summieren sich zu einer munteren, temporeichen und unterhaltsamen Szenenfolge, die vom Ensemble der Tri-Bühne lebendig agiert wird.
Turbulenter Höhepunkt ist der Prozess, in dem Folkert Milster (auch ein zu stämmiger Cherubin) und Jusuf Gulevski ein köstliches Richterpaar aus dem Geist des Puppet Theatre spielen. Und Almavivas Pantomime eines liebestollen Insekts zu Mozarts ‚Voi che sapete’ ist grandioses Bewegungstheater.”
