Kritiken

Dunkles Brot und tote Blumen
von Henning Mankell | Regie: Edith Koerber

Keine einfachen Antworten

„Einfache Antworten will Henning Mankell mit dem Theaterstück ‚Dunkles Brot und tote Blumen’ nicht liefern. Der schwedische Bestseller-Autor hat den authentischen Fall eines in Dessau von Rechtsradikalen ermordeten Mosambikaners zum Anlass genommen, sich in fiktiver Form mit den Gründen für Fremdenhass und rechter Gewalt auseinander zu setzen… Henning Mankell hat wohltuend differenziert. In Rückblenden, die die trostlose Welt der beiden Täter Rainer und Lucas beschreiben, und in dem Aufeinandertreffen von Felix und Hanna, der Freundin von Rainer, rollt Mankell das Geschehen auf. Und als versierter Krimiautor tut er das mit einer Portion Suspense…

Die Regisseurin Edith Koerber beginnt mit einem Vorspiel, in dem die sechs Akteure sowie ein Musiker trommeln. Die Schläge der Trommeln werden wie ein Symbol für das lebensbejahende Afrika, von dem Mankell auch erzählen will, die Inszenierung begleiten. Ebenso wie mit der in einer Art Traumsequenz beschriebenen Begegnung der beiden Brüder gelingt Koerber damit ein Bild leiser Poesie. Glaubwürdigkeit gewinnt die Inszenierung insbesondere auch durch die Besetzung der Rollen der afrikanischen Brüder mit Schauspielern aus Mosambik. Beide Gastakteure ziehen mit ihrem intensivem Spiel in das Geschehen hinein.”