Kritiken

Schillers Schwester
Ein Gebrauchsstück
von Michaela Christian | Regie: Edith Koerber und Géza Révay

In kabarettistischer Manier

„‚Gebrauchsstück’ hat Michaela Christian ihre Dramolettsammlung genannt. Die verschränkt in kabarettistischer Manier Leben, Legenden, ein bisschen Schillerforschung und zeitgenössische Gesellschaftskritik. Denn eigentlich geht es weniger um Schillers Schwester noch um deren berühmten kleinen Bruder, … sondern um einen mittlerweile ziemlich in Verruf geratenen großen Bruder: das deutsche Gesundheitssystem. Die Schillers sind nur das Vehikel. Schließlich hat Schillers Friedrich ja einst Medizin studiert, sich ausgiebig mit der Menschenwürde befasst und sie sinnig verdichtet: ‚Habt Ihr die Blöße bedeckt, ergibt sich die Würde von selbst.’”

Um die Würde des Menschen

„Schillers Schwester kommt recht prominent in dem Stück tatsächlich vor. Sie wurde exhumiert und nun ist sie darüber empört. Ansonsten aber geistert diese Christophine Reinwald vor allem durch die Praxis des jungen Allgemeinarztes Dr. Schiller. Und es geht, da schon ihre Würde verletzt wurde, letztlich auch ein Stück weit um die Würde des Menschen in unserem heutigen Gesundheitssystem. Mit dem ist es nicht zum Besten bestellt, das weiß wohl inzwischen jeder.”